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Muss sich Huawei der USA geschlagen geben?

Matthias ZellmerMatthias Zellmer - 13 Sep, 2019

Hat sich US-Präsident Donald Trump mit seinem US-Embargo nun doch am Ende gegen den chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei durchgesetzt? Aktuellen Medienberichten zufolge bietet Huawei-Chef und Gründer Ren Zhengfei, US-Unternehmen den Kauf der gesamten 5G-Technologie an. Doch nicht ohne eine entsprechende Forderung.

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Wie die New York Times aktuell berichtet, scheint sich Huawei – chinesischer Netzwerkausstatter und Smartphone-Hersteller – dem US-Handelsministerium geschlagen zu geben. Diese hatten auf Anweisung von Donald Trump am 15. Mai 2019 ein Dekret erlassen, das den nationalen Notstand für die US-Telekomunikation vorsieht. Donald Trump fühlt sich von Unternehmen wie Huawei in der Sicherheit bedroht. Und obwohl es bis zum heutigen Tage keine Beweise für die Spionage-Vorwürfe gibt, steht Huawei auf der sogenannten „Entity-List“.

Huawei unter US-Embargo

Diese Sanktions-Liste verbietet US-Unternehmen Geschäfte mit Huawei zu betreiben. Das schließt Microsoft, Qualcomm und andere Hersteller genauso ein wie Google, die für Android entsprechende Dienste wie Gmail, den Play Store oder die Synchronisation aller Termine und Kontakte liefern. Trotz verlängerter Ausnahme-Genehmigung darf Huawei bei den für den 19. September in München erwarteten Huawei Mate 30 und Mate 30 Pro keine Google Dienste vorinstallieren. Dennoch gibt es für alle bereits im Handel erhältlichen Smartphones weiterhin Android-Updates. Darauf gibt Huawei sogar ein Zukunftsversprechen.

Huawei ist bereit die 5G-Technologie an die USA zu verkaufen

Und genau dieses Handicap – das im Grunde nur auf den anhaltenden Handelskrieg zwischen den USA und China zurückzuführen ist - ist Ursache für große finanzielle Verluste für Huawei. Gründer Ren Zhengfei will nun gegen eine einmalige Gebühr von einer vermuteten Summe in Höhe eines zweistelligen Milliarden-Dollar-Betrages, unbefristeten Zugang auf die gesamte 5G-Technologie gewähren. Das beinhaltet Zugriff auf die entsprechenden 5G-Patente, Programm-Code, Blaupausen, sowie technische Zeichnungen. Es ist dem Käufer sogar erlaubt den Quellcode als auch die Technologie nach eigenen Wünschen zu verändern.

„Wir sind offen für den Austausch unserer 5G-Technologien mit US-Unternehmen, damit diese ihre eigene 5G-Branche aufbauen können. Dies würde eine ausgewogene Situation zwischen China, den USA und Europa schaffen,“ so Founder & CEO of Huawei Technologies Co., Ltd, Ren Zhengfei.

Wenngleich sich Huawei von diesem Verkauf die Aufhebung des US-Embargos erhofft, dürfte es für das Huawei Mate 30 und Mate 30 Pro zu spät sein. Denn bevor ein Käufer gefunden und der Deal unter Dach und Fach ist, muss eine Wettbewerbs-Kommission diesem Verkauf noch zustimmen. Gerüchten zufolge soll Huawei entsprechende „Anleitungen“ den Mate-30-Kunden mitgeben, die erklären, wie man sich die Google-Dienste nachträglich auf das Smartphone spielt. Ich will dem noch nicht so recht Glauben schenken, da dies juristisch gesehen den Tatbestand „Anstiftung zu einer Straftat" erfüllt. Denn die Lizenz für die Google-Dienste ist nach wie vor kostenpflichtig.

Quelle: New York Times | via Golem

 

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